Epilepsie-
Forschung

„Objektive Erfassung und Dokumentation
epileptischer Anfälle“
Klinik für Epileptologie Universität Bonn

Ein kritischer Punkt in der klinischen Epileptologie ist die Dokumentation von epileptischen Anfällen. Zahlreiche Untersuchungen zeigen, dass dies bisher nur teilweise gelingt und ein „underreporting“ die Regel ist. Die exakte Dokumentation ist aber unabdingbar sowohl für Therapieentscheidungen als auch für die wissenschaftliche Therapie- und Ursachenforschung. Daher soll nun im Rahmen des Forschungsprojektes mithilfe von Sensoren am Handgelenk und Detektion über eine Smartwatch eine deutlich bessere Anfallsdetektion erreicht werden.

Förderung

Elektronische Hilfe für Betroffene

Epilepsie zählt zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen weltweit. Trotz aller Fortschritte in der Ursachenforschung, Erkennung und Behandlung von Epilepsie gibt es dennoch eine Reihe von Problemen in der Versorgung der Betroffenen. Zum einen kann das Auftreten epileptischer Anfälle nicht vorausgesagt werden, häufig kommt es in unbeobachteten Situationen zu Anfällen mit schwerwiegenden Folgen. Zum anderen ist die Anfallszählung und -dokumentation durch Angehörige oder Patienten selbst fehlerhaft. Eine Lösung dieser Probleme ist die Entwicklung einer elektronischen Anfallserkennung, die eine objektive Erfassung sicherstellt und eine automatische Benachrichtigung von Angehörigen oder eines Notdienstes ermöglicht. 

In einem früheren Förderprojekt wurden bereits psychologische Aspekte sowie technologische Aspekte der automatisierten Anfallsdetektion untersucht. Wichtige Ergebnisse konnten bereits in internationalen Journalen publiziert werden.

Im jetzigen Forschungsprojekt soll nun die Umsetzung einer alltagstauglichen Anfallsdetektion erreicht werden. Überprüft wird u.a., ob mittels an einem Handgelenk befestigten Sensoren eine verlässliche Anfallsdetektion möglich ist und ob es einen objektivierbaren Zusammenhang zwischen körperlicher Aktivität und Gemütslage einerseits und dem Auftreten epileptischer Anfälle andererseits gibt.

Das Forschungsprojekt ist auf drei Jahre angelegt. Sowohl die frühere Studie als auch das Nachfolgeprojekt wurden und werden aus den Fördermitteln der Marga und Walter Boll-Stiftung finanziert. 

 

 

„In der Forschungsförderung schließt die Boll-Stiftung die kritische Lücke zwischen neuen technischen Ideen und einer Förderung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft, die umfangreiche Vorarbeiten fordert.“

Prof. Dr. C. E. Elger,
Geschäftsführender Gesellschafter Beta International Epilepsy Center,
Universitätsklinikum Bonn

Gutes fördern. Gutes tun.