schnelle Hilfen für Familien
Seit vielen Jahren unterstützt und berät der Sozialdienst Katholischer Männer für den Rhein-Erft-Kreis e.V. Menschen aus dem REK, die sich in besonderen sozialen Schwierigkeiten befinden und von Wohnungslosigkeit bedroht sind. Doch wenn Wohnraum nicht gerettet werden kann, ziehen Familien, Alleinerziehende oder Frauen in eine kommunale Notunterkunft. Sie verbleiben dort oft jahrelang. Dank direkten, schnellen und zielgerichteten finanziellen Hilfen kann nun in vielen Fällen Wohnraum nachhaltig gesichert und der soziale Abstieg verhindert werden.
Für jede Familie, jede alleinerziehende oder alleinstehende Person führt eine gelungene Wohnraumsicherung zur Vermeidung eines sozialen Abstiegs, zum Verbleib der Familie und der Kinder in ihrem sozialen Umfeld (Schule, Kita, Arbeit) ohne Stigmatisierung und zum Erhalt des Wohnraums als beste Lösung für die Familie. Und sie ist gleichzeitig die kostengünstigste Option für die Gesellschaft. Doch trotz staatlicher Hilfen und Programme steigt die Zahl der Beratungen in Notsituationen von Familien und Alleinerziehenden - oftmals entstanden durch Schicksalsschläge, Krankheit, Arbeitsplatzverlust oder Trennung. Dabei hat drohende Wohnungslosigkeit mittlerweile auch die gesellschaftliche Mittelschicht erreicht.
Personen mit Anspruch auf Bürgergeld können bei Mietschulden einen Antrag auf ein Mietschuldendarlehen beim Jobcenter stellen. Für alle anderen Personen ist das Sozialamt zuständig. Diese Darlehen werden nach individueller Prüfung (Angemessenheit der Mietkosten und Wohnungsgröße, Ursache der Mietschulden usw.) gewährt oder abgelehnt. Allerdings müssen diese Darlehen in monatlichen Raten zurückgezahlt werden, was die finanzielle Situation der Betroffenen langfristig verschlechtert. Oftmals handelt es sich um Frauen, die im Niedriglohnsektor beschäftigt sind und keine finanziellen Rücklagen bilden können. Ein Bankkredit wird selten gewährt und verschlechtert zudem dauerhaft die finanzielle Lage der Familie.
Der SKM für den REK e.V. wurde aufgrund der hohen Fallzahlen vom Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW für das Projekt "Endlich zu HAUSE!" ausgewählt. Die hier zur Verfügung gestellten Mittel aus dem Europäische Sozialfonds (ESF) und vom Rhein-Erft-Kreis decken jedoch ausschließlich die Personalkosten des Beratungsteams. Und obwohl der Politik die Erfolge des Trägers bei der Wohnraumsicherung und die damit verbundenen Einsparungen bekannt sind, werden keine direkten Mittel zur Sicherung von Wohnraum bereitgestellt.
Die von der Boll-Stiftung gewährten Fördermittel für schnelle Hilfen werden nach festgelegten Modalitäten vergeben und unterliegen einem validen Controllingverfahren zur Unterstützung der Menschen, denen keine Hilfe durch das Jobcenter oder das Sozialamt gewährt wurde.
Christian Schumacher
Vorstandsvorsitzender, Sozialdienst Katholischer Männer für den Rhein-Erft-Kreis e.V.
