Meine Geschichte für dich

Lehrprojekt für angehende Ärzt:innen

Hinter jedem Krankheitsbild steckt eine Geschichte. Nirgendwo ist dieser Satz so wahr, wie in der Pädiatrie. Bei chronischen Erkrankungen und Behinderungen sind ganze Familien durch die Erkrankung des Kindes beeinflusst und beeinträchtigt. Das Projekt "Meine Geschichte für dich" gibt jungen Patient:innen und betroffenen Familien eine Stimme, um ihre individuelle Geschichte zu erzählen. Interviewt werden sie von Medizinstudierenden. Aus den Patient:innengesprächen werden Kurzfilme produziert, die bei einer großen Premiere am Semesterende gezeigt werden.

Förderung

Ein Projekt für mehr Empathie und Menschlichkeit in der Medizin

Bei chronischen Erkrankungen sind oft ganze Familien über Jahre durch die Erkrankung des Kindes beeinflusst und beeinträchtigt. Dabei wirkt sich die Krankheit auf alle Lebensbereiche aus und führt zu teilweise ganz unerwarteten Einschränkungen und Problemen. Im Rahmen des Projektes werden Studierende an der Medizinischen Fakultät der Uniklinik Bonn mit Videokameras ausgestattet und befragen die Patient:innen und ihre Familien zu ihrer Erkrankung und ihrem Alltag. Aus diesen Videosequenzen werden kurze Filme erstellt, die allen Studierenden auf e-campus zur Verfügung gestellt werden und auch im Rahmen der Vorlesung Kinderheilkunde verwendet werden können. Da die ganzheitliche Betreuung und Begleitung der Familien im Studium nur eine untergeordnete Rolle spielt, schließt das Projekt auch eine Lücke im Ausbildungssystem.

Für die Familien bedeutet das Projekt eine Gelegenheit, ihre Erlebnisse zu teilen und das Erlebte zu verarbeiten. Viele empfinden es als bereichernd, ihre Perspektive weiterzugeben und anderen Mut zu machen. Bei den Premieren werden die Filme gemeinsam angeschaut – ein emotionaler Moment des Austauschs und der Wertschätzung.

Für die Studierenden bietet das Projekt eine außergewöhnliche Lernerfahrung. Sie lernen, über die medizinische Diagnose hinauszublicken, empathisch zuzuhören und die Lebenswirklichkeit ihrer Patient:innen zu verstehen. Damit leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zur Ausbildung einer neuen Generation ganzheitlich denkender Ärztinnen und Ärzte. Wissenschaftlich begleitet wird „Meine Geschichte für dich“ durch regelmäßige Befragungen der Teilnehmenden. Die Ergebnisse zeigen: Das Projekt fördert Empathie, Kommunikationsfähigkeit und Sensibilität im Umgang mit chronisch kranken und behinderten Menschen.

Ursprünglich durch die Stiftung Innovation in der Hochschullehre gefördert, soll das Projekt langfristig durch einen eigenen Verein weitergeführt werden. Eine geplante Webseite wird künftig ausgewählte „Mutmach-Geschichten“ präsentieren – Filme, die zeigen: Niemand ist allein mit seiner Geschichte.

„Unser Projekt zielt darauf ab, Familien mit behinderten oder chronisch erkrankten Kindern eine Stimme zu geben und Studierende im Umgang mit dieser Patientengruppe zu schulen.“

Dr. Anthea Peters,
Oberärztin Kindernotfallzentrum, Uniklinik Bonn
 

hier geht es zum Imagefilm

Gutes fördern. Gutes tun.